Zur Lage der M+E-Industrie – Verlässliche Rahmenbedingungen für Niedersachsens Wirtschaft sind unerlässlich
Beim parlamentarischen Mittagsgespräch der CDU-Landtagsfraktion in Hannover präsentierte Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, die aktuelle wirtschaftliche Lage der Metall- und Elektroindustrie. Die Analyse zeigte dabei deutlich: Die Industrie steht unter massivem Druck – mit unmittelbaren Folgen für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen.
Ich sehe nach der Veranstaltung dringenden politischen Handlungsbedarf: Wir müssen jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unsere Unternehmen wieder investieren und wachsen können. Niedersachsen lebt von einer starken Industrie – und diese braucht Verlässlichkeit statt wachsender Belastung.
Längste wirtschaftliche Schwächephase seit Gründung der Bundesrepublik
Die vorgestellten Daten machen klar, wie ernst die Lage ist:
Das reale BIP pro Kopf liegt 9 Prozent unter dem langfristigen Wachstumspfad, was einem Rückstand von rund 310 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung entspricht.
Deutschland befindet sich damit in der längsten wirtschaftlichen Schwächephase seiner Geschichte.
Private Investitionen brechen ein
Besonders alarmierend: Die privaten Ausrüstungsinvestitionen liegen nahezu 50 Prozent unter dem Niveau, das für stabiles Wachstum erforderlich wäre. Gleichzeitig steigen die Staatsausgaben weiter an – die Staatsquote überschritt 2025 erstmals die Marke von 50 Prozent.
Wirtschaftliche Stärke entsteht nicht durch immer mehr Staat, sondern durch Unternehmen, die investieren und innovativ bleiben. Dafür brauchen sie Planungssicherheit.
M+E-Industrie unter Druck
Die Metall- und Elektroindustrie, das Rückgrat der niedersächsischen Industriearbeitsplätze, verzeichnet aktuell rückläufige Auftragseingänge, sinkenden Absatz und eine fallende Produktion. Im Jahresvergleich gingen zudem über 108.000 Arbeitsplätze verloren.
Bürokratie und Energiekosten bremsen Betriebe aus
Eine aktuelle Unternehmensumfrage zeigt die größten Standortprobleme:
- 86 %: zu viel Bürokratie
- 77 %: zu hohe Energiekosten
- Rückstand bei Digitalisierung, Steuern und Arbeitskräftemangel komplettieren das Bild.
Die CDU-Landtagsfraktion fordert darum klare Gegenmaßnahmen: Wir müssen Bürokratie abbauen, Energie bezahlbar machen und unseren Mittelstand von überzogenen Auflagen entlasten.
Internationaler Druck durch den chinesischen Automarkt
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs lag auf den Entwicklungen in China:
Ein ruinöser Preiswettbewerb, Überkapazitäten und eine staatlich gesteuerte Industriepolitik setzen deutsche Hersteller und Zulieferer zusätzlich unter Druck. Für Niedersachsen als Automobilstandort hat das unmittelbare Bedeutung.
Fazit:
Niedersachsen braucht wieder eine Politik, die Wachstum ermöglicht. Wir dürfen nicht zuschauen, wie unsere Wertschöpfung erodiert. Der Industriestandort muss gestärkt werden – durch klare Entscheidungen, weniger Bürokratie und eine echte Entlastung unserer Betriebe.

Quelle: Die Arbeitgeberverbände, Präsentation Dr. Volker Meyer, Hauptgeschäftsführer NiedersachsenMetall