Am zweiten Plenartag der Sitzungswoche tagten schon vor dem Beginn des Plenums ab 8.30 Uhr die Arbeitskreise Umwelt und Landwirtschaft, bevor wir mit einer Aktuellen Stunde in die Sitzung eingestiegen sind. Themenschwerpunkte heute waren die Afrikanische Schweinepest und der Vorwurf der FDP, die „hilfslose“ Wolfspolitik der Regierung gefährde das Pferdeland Niedersachsen.

Dazu konnte ich engagiert vortragen und unmissverständlich deutlich machen, dass vor allem die Hemmnisse bei Bund und EU beseitigt werden müssen, damit wir den Wolf in Niedersachsen vernünftig managen können.Das Ergebnis unsere Arbeit muss ein auskömmliches Verhältnis zwischen Wolf, Weidetierhaltung und wirtschaftlichen Interessen des Pferdelandes Niedersachsen sein:1. Wir brauchen unsere erfahrenen heimischen Jäger für ein erfolgreiches Wolfs-Management, egal ob nach den Vorgaben des Umweltrechtes oder nach Jagdrecht! Die erfolglose Bejagung des Rodewalder Rüden durch externe „Wolfstrapper“ hat das deutlich gezeigt.2. Unsere Jäger brauchen Rechtssicherheit und Haftungssicherheit für Schäden des Wolfes, um diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen zu können.Es kann doch nicht sein, dass sogenannte „Wolfsfreunde“ willkürlich und weitestgehend unbehelligt Jägerinnen und Jäger persönlich bedrohen für den Fall, dass sie die genehmigte Entnahme auffälliger Wölfe vornehmen!3. Ein weiteres Hemmnis leitet sich ganz unmittelbar aus diesem Umstand ab: Die Zahl der Wolfrisse ist gestiegen, ländliche Regionen wie das Deichland, der Heidekreis und das vermeidlich einsame Lichtenmoor sind nicht mehr alleine. Wie in der HAZ am letzten Freitag zu lesen war, werden auch in Burgdorf inzwischen Weidetiere Opfer der Wolfsrudel. Aber werden alle Risse gemeldet?Ganz sicher nicht, denn auch die Pferdehaltenden und Bewohnenden werden beschimpft und bedroht durch marodierende Gruppen von sogenannten Wolfsfreunden, weil sie ihre Weidetiere angeblich nicht ordentlich durch Zäunung schützen.4. Ja, es geht in Niedersachsen um den weltweiten Ruf als Pferdeland, um die Pflege der schützenswerten Kulturlandschaft und darum, ein Nebeneinander von Menschen, Weidetieren und Wölfen so umzusetzen, dass jeder zu seinem Recht kommen kann.Mit der Aufnahme in das Jagdrecht wollen wir die Voraussetzungen schaffen, dass Wölfe und Rudel, die auffällig sind, zügig entnommen werden können.Dazu muss Bundesumweltministerin Schulze allerdings erkennen, dass die letzten Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 45a regelt den Umgang mit dem Wolf) zu kurz gesprungen ist.Sie muss dafür Sorge tragen, dass der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation, der u.E. längst erreicht ist, offiziell anerkannt wird und die EU den Wolf aus Anhang IV (streng geschützte Arten) der FFH-Richtlinie in Anhang V überführt und damit ein Wolfsmonitoring ermöglicht wird.

Hier geht es zur Video-Aufzeichnung meiner Ansprache:

2020-09-15- Aktuelle Stunde

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