Rote Gebiet
Immer noch viel rot- die aktuelle Karte zur Ausweisung der nitratsensiblen Gebiete in Niedersachsen (Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)

In einer Pressekonferenz der Landesregierung präsentierte unsere Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast heute in Hannover die aktuellen Ausweisungen „Roter Gebiete“ in Niedersachsen.

Ich bin enttäuscht, dass es in der Mittelweserregion auch nach Berücksichtigung des Verursacherprinzips zu keiner Reduktion der „Roten Gebiete“ kam. Mit Blick nach vorne erhoffe ich mir, dass gerade ein verursacherbasierten Ansatz Wege für unsere im Sinne eines nachhaltigen Wasserschutzes wirtschaften Betriebe ermöglichen wird, um von den starren Auflagen der roten Gebiet zeitnah befreit zu werden.

Mein besonderer Dank gilt dennoch Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Durch ihren engagierten und vehementen Einsatz auf Bundesebene ist es gelungen, das Verursacherprinzips in die Bewertungen einzuführen. Dadurch verringert sich bei uns in Niedersachsen die Gebietskulisse der „Roten Gebiete“ von ursprünglich 39 auf 30 Prozent!

Bei der neuen Bewertung werden die Emissionsdaten stärker als bisher berücksichtigt und zunächst bis auf die Feldblockebene heruntergebrochen. Dort wirtschaften in der Regel mehrere Landwirte. Die aktuellen Berechnungen beruhen auf Erkundung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), dabei findet der deutlich gesunkene Mineraldüngereinsatz der Landwirtschaft in Niedersachsen bereits Berücksichtigung.

Das Verursacherprinzip muss, so hatte Niedersachsen gegenüber dem Bund immer wieder eingefordert, stärker berücksichtig werden. Durch dieses Vorgehen können gezielter als bisher nitratsensible Gebiete ausgewiesen werden. Es kann zusätzlich besser als bisher darlegen, warum auf einigen Flächen erhöhter Handlungsbedarf besteht. Der verbesserte Ansatz ermöglicht einen guten Weg zwischen notwendigem Gewässerschutz und den fachlich begründeten Anliegen der Landwirtschaft.

In unserer Region führen die neu auszuweisenden Gebiete leider zu keiner Verringerung bzw. zu einer Verschiebung der roten Gebiete. Um die zukünftigen Einschränkungen auf einem betriebswirtschaftlich neutralen Niveau zu halten, müssen wir unsere Bäuerinnen und Bauern bei der Umsetzung der verpflichtenden Maßnahmen durch eine intensive Beratung begleiten und ihnen auskömmliche wasserschutzkonforme Perspektiven aufzeigt.

Mit Blick in die Zukunft werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass über die Erfassung einzelbetrieblicher Stickstoffsalden, die laufend in der elektronischen Nährstoffmeldung Niedersachsen (ENNI) von der Landwirtschaftskammer erfasst werden, jeder Landwirt die Möglichkeit hat, darzustellen, dass er im Sinne eines nachhaltigen Wasserschutzes wirtschaftet und damit von den starren Auflagen der roten Gebiet befreit werden kann.

Wasser hat „ein langes Gedächtnis“. Heutige Nitratgehalte sind häufig Relikte zurückliegender Jahrzehnte. Unsere heimischen Betriebe können nicht darauf warten, bis sich erst in vielen Jahren der Erfolg ihres guten Wirtschaftens im Grundwasser niederschlägt.

Kontroverse Diskussionen gab es darüber hinaus zur geforderten Überprüfung der Grundwassermessstellen, die zur Ermittlung der „Roten Gebiete“ herangezogen wurden. In einem ersten Schritt wurden aktuell die Messstellen in den „Roten Gebieten“ überprüft. Knapp sechs Prozent der Messstellen wurden dabei als ungeeignet eingestuft und bei der Bewertung nicht mehr berücksichtigt. Im Ergebnis konnten so 92.000 Hektar aus der Kulisse entnommen werden und unsere Forderung unterstreichen, dass zukünftig regelmäßige Überprüfung der Messstellen innerhalb kurzer Zeiten von elementarer Bedeutung ist.

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