Paludikulturen werden ab 2027 besser gefördert
Wie können wiedervernässte Moorflächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden – und erhalten die Betriebe dafür auch EU-Direktzahlungen? Mit diesen Fragen habe ich mich in einer Kleinen Anfrage an die Niedersächsische Landesregierung gewandt. Jetzt liegt die Antwort vor.
Für mich ist dabei vor allem wichtig, dass Landwirte, die sich auf neue Formen der Bewirtschaftung einlassen, auch eine verlässliche wirtschaftliche Perspektive brauchen.
Seit April 2026 gibt es in Niedersachsen die neue Förderrichtlinie Palu, mit der Investitionen in die Bewirtschaftung wiedervernässter Moorböden unterstützt werden. Gefördert werden können unter anderem spezielle Maschinen und Technik, die für die nassen Flächen benötigt werden. Das ist ein wichtiger Baustein, denn herkömmliche landwirtschaftliche Technik ist für diese Standorte häufig nicht geeignet.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die EU-Direktzahlungen. Mit dem neuen Nutzungscode 586 „Paludiverfahren“ können entsprechende Flächen künftig eindeutig erfasst werden. Ab 2027 sollen Paludikulturen unter bestimmten Voraussetzungen auch im Rahmen der Direktzahlungen berücksichtigt werden können. Damit wird eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, dass eine solche Bewirtschaftung für landwirtschaftliche Betriebe überhaupt wirtschaftlich interessant werden kann.
Auch beim Grünlandumbruch gibt es inzwischen eine wichtige Klarstellung. Seit dem 26. Juni 2026 besteht eine Ausnahme für Flächen, die im Zusammenhang mit einer Wiedervernässung für Paludikulturen umgestaltet werden. Damit wird ein praktisches Hindernis beseitigt, das die Umstellung bislang erschwert hat.
Die Antwort der Landesregierung zeigt allerdings auch, dass wir noch am Anfang stehen. Entscheidend wird sein, ob sich für die erzeugten Rohstoffe tragfähige Verwertungs- und Vermarktungswege entwickeln. Schilf, Rohrkolben oder andere auf nassen Moorstandorten erzeugte Biomasse müssen am Ende auch Abnehmer finden. Dazu braucht es Verarbeitungskapazitäten, verlässliche Absatzmöglichkeiten und wirtschaftlich funktionierende Wertschöpfungsketten.
Paludikultur kann dort eine Perspektive sein, wo Moorböden wiedervernässt werden und eine klassische landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich ist. Sie wird aber nur dann dauerhaft funktionieren, wenn die Betriebe damit auch Geld verdienen können.
Deshalb werde ich die weitere Entwicklung der Förderbedingungen und insbesondere die praktische Umsetzung ab 2027 im Blick behalten.
Hier gibt es die Antwort der Landesregierung zum Nachlesen: