Künstliche Intelligenz für eine bürgernahe Verwaltung: Rund 674.000 Euro für gemeinsames Digitalprojekt
Wer eine Auskunft benötigt oder einen Antrag stellt, möchte seine Verwaltung unkompliziert erreichen und zügig eine Antwort erhalten. Gleichzeitig brauchen die Beschäftigten Entlastung bei zeitaufwändigen Routineaufgaben. Genau hier setzt ein gemeinsames Projekt der Landkreise Nienburg/Weser, Diepholz und Verden an: Mit künstlicher Intelligenz und automatisierten Abläufen wollen sie ihren Verwaltungsservice verbessern.
Am 12. Oktober wurden im Kreishaus Nienburg die Förderbescheide für das Projekt „KI und Automatisierung für einen effizienten und bürgernahen Verwaltungsservice“ übergeben. Die Förderung beträgt insgesamt rund 674.000 Euro und erfolgt im Rahmen der Zukunftsregion Mitte Niedersachsen. Das Gesamtvolumen des Vorhabens liegt bei rund 1,44 Millionen Euro.
Ich begrüße diesen gemeinsamen Schritt ausdrücklich. Für mich muss sich die Digitalisierung der Verwaltung daran messen lassen, welchen konkreten Nutzen sie für die Menschen und die Beschäftigten bringt: bessere Erreichbarkeit, verständliche Auskünfte und eine schnellere Bearbeitung von Anliegen.
Drei Schwerpunkte für besseren Service
Das Projekt umfasst drei miteinander verbundene Arbeitsbereiche. Zunächst wird ein KI-gestütztes Wissensmanagement aufgebaut. Es soll den Mitarbeitenden einen schnellen Zugriff auf Verwaltungsvorschriften und Fachwissen ermöglichen. Ein ergänzender Schreibassistent unterstützt bei der Erstellung von Bescheiden und Standardschreiben.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Entlastung der Telefonzentralen. Eine KI-gestützte Lösung soll häufig gestellte Fragen zu Öffnungszeiten, Terminen oder Zuständigkeiten rund um die Uhr beantworten können. Komplexere Anliegen werden an die zuständigen Stellen weitergeleitet.
Drittens soll die Antragsbearbeitung durch künstliche Intelligenz und softwaregestützte Automatisierung unterstützt werden. Vorgesehen ist, Anträge automatisiert vorzuprüfen, fehlende Unterlagen nachzufordern und die weitere Bearbeitung vorzubereiten. Die abschließende Prüfung bleibt Aufgabe der Mitarbeitenden.
Gerade diese Verbindung halte ich für entscheidend: Technik kann Routinearbeit erleichtern und damit mehr Zeit für die Aufgaben schaffen, bei denen Fachwissen, persönliche Beratung und menschliches Urteil gefragt sind. Datenschutz und verlässliche Auskünfte müssen dabei gewährleistet sein.
Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg
Die drei Landkreise teilen sich die Federführung für die einzelnen Schwerpunkte. Die Lösungen werden gemeinsam entwickelt und sollen anschließend in allen beteiligten Verwaltungen eingesetzt werden. Das spart doppelte Entwicklungsarbeit und ermöglicht es, Erfahrungen und Fachwissen zu bündeln.
Für unsere Region ist diese Zusammenarbeit eine große Chance. Nienburg, Diepholz und Verden stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. Gemeinsam können sie Lösungen entwickeln, die auch für andere Verwaltungen in Niedersachsen nutzbar werden sollen.
Die Projektlaufzeit ist von April 2026 bis März 2029 vorgesehen. Grundlage ist die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen, zu der sich die drei Landkreise 2022 zusammengeschlossen haben.
Ich wünsche allen Beteiligten eine erfolgreiche Umsetzung. Entscheidend ist, dass aus dem gemeinsamen Vorhaben spürbare Verbesserungen im Verwaltungsalltag entstehen – für die Beschäftigten ebenso wie für die Bürgerinnen und Bürger.