Gestern. Heute. Morgen.
Was wir von einer fast 100 Jahre alten Bahn für die Mobilität der Zukunft lernen können
Es ist immer schön, Besuch aus Hannover in unserer Region begrüßen zu können – und wenn dabei Politik, Geschichte und ein gutes Stück niedersächsische Heimat zusammenkommen, umso mehr.
Im Rahmen seiner Sommertour war unser CDU-Landesvorsitzender Sebastian Lechner bei uns zu Gast. Gemeinsam mit unserem Landratskandidaten Dennis Seebode, dem Diepholzer Landrat Volker Meyer, Dietmar Fischer, Kandidat für das Bürgermeisteramt der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, Vertreterinnen und Vertretern der CDU aus Bruchhausen-Vilsen sowie Martin Fahrland von der Mittelweser-Touristik starteten wir in Asendorf zu einer ganz besonderen Fahrt.
Sehr gefreut habe ich mich auch über die Teilnahme von Henning Rodekohr und Bettina Knaupe von VILSA, die uns während des gesamten Termins begleitet haben. VILSA ist als traditionsreiches Unternehmen, wichtiger Arbeitgeber und fest in der Region verwurzelter Betrieb von großer Bedeutung für unsere Heimat. Dass mit Henning Rodekohr und Bettina Knaupe auch die regionale Wirtschaft bei unserer Tour vertreten war, hat sehr gut gepasst.
Anlass unseres Besuchs war unter anderem der 60. Geburtstag der Museumseisenbahn Bruchhausen-Vilsen. In Asendorf wurden wir herzlich vom Vorstand empfangen und erfuhren viel über die Geschichte der Kleinbahn und ihre Bedeutung für unsere Dörfer.
Denn die Bahn war früher nicht nur ein Verkehrsmittel für Fahrgäste. Sie war eine wichtige Lebensader des ländlichen Raums. Kohle und Kunstdünger kamen mit ihr in die Dörfer, Kartoffeln, Schweine und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden hinaus transportiert.
Gleichzeitig mussten die kleinen Bahnen schon damals wirtschaftlich arbeiten. Eine Antwort darauf war 1932 ein in Hannover entwickelter leichter Triebwagen. Zwei Lkw-Antriebe von Ford aus Köln wurden miteinander kombiniert und eigens dafür ein neues Getriebe entwickelt. Das Ergebnis war ein robustes und vergleichsweise sparsames Fahrzeug. Schon ab etwa sechs Fahrgästen rechnete sich sein Einsatz. Der Triebwagen war schneller, konnte häufiger fahren und verbesserte damit die Mobilität der Menschen auf dem Land.
Fast 100 Jahre später beschäftigen uns viele dieser Fragen noch immer: Wie sichern wir Mobilität im ländlichen Raum? Wie schaffen wir Angebote, die zuverlässig und gleichzeitig wirtschaftlich sind? Und wie sorgen wir dafür, dass unsere Dörfer gut angebunden bleiben? Der Blick in die Geschichte zeigt, dass dafür schon immer Ideenreichtum und Lösungen gebraucht wurden, die zu den Bedingungen vor Ort passen.
Natürlich blieb es nicht bei der Theorie. Wir durften selbst in den historischen Triebwagen steigen und mit der Museumseisenbahn nach Bruchhausen-Vilsen fahren. Dort bekamen wir auch einen Einblick in die Werkstatthalle. Hier wurde deutlich, mit wie viel Fachwissen und vor allem ehrenamtlichem Engagement die historischen Fahrzeuge erhalten und betriebsfähig gehalten werden. Dafür gebührt den Verantwortlichen und allen Aktiven der Museumseisenbahn großer Dank – und zum 60. Geburtstag natürlich noch einmal herzlichen Glückwunsch!


Anschließend ging unsere Tour weiter zum geografischen Mittelpunkt Niedersachsens, den man schon von Weitem an der dort gehissten Niedersachsenflagge erkennen kann. Vor Ort wurden wir bereits von Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und dem „Hausherrn“ am Mittelpunkt, Hoyerhagens Bürgermeister Carsten Borstelmann, erwartet.
Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen hatten Henning Rodekohr und Bettina Knaupe von VILSA außerdem bestens vorgesorgt: Mit einem VILSA-Getränkewagen sorgten sie für die nötige Erfrischung – ein Angebot, das an diesem wirklich warmen Sommertag sehr gerne angenommen wurde.

So blieb am geografischen Herzen unseres Landes noch ausreichend Zeit für Gespräche und gemeinsamen Austausch.
Ich habe mich sehr gefreut, Sebastian Lechner bei uns begrüßen und ihm gemeinsam mit vielen Freunden aus der Region ein Stück unserer Heimat zeigen zu können. Es war ein abwechslungsreicher Tag zwischen Verkehrsgeschichte, Ehrenamt, Wirtschaft und Kommunalpolitik – und eine gute Gelegenheit, miteinander über die Themen ins Gespräch zu kommen, die unsere ländlichen Räume heute und in Zukunft bewegen.