Ließen sich von den Kinobetreiberinnen (v.re) Elke Brümmer und Beate Möller-Domschat über ein mögliches Hygienekonzept informieren- Hoyas Bürgermeisterin Anne Wasner (SPD), MdL Dr. Frank Schmädeke (CDU) und MdB Marja-Liisa Völlers (SPD). (Foto: Büro Schmädeke)

Filmhof- Betreiberinnen luden Politik aus Bund und Land zum Gespräch in das leere Kino von Hoya

HOYA. Noch in den vergangenen Tagen hatten Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer gehofft, dass sie am 8. Juni ihr Kino wieder eröffnen können, wenigstens am 9. Juni den einen Film aus der Serie „Kirche & Film“ noch zeigen könnten, bevor das gesamte Programm den Beschränkungen durch die  Corona- Pandemie zum Opfer gefallen wäre. „Narziss & Goldmund“ sollte in der kommenden Woche die Filmreihe beschließen. Das kleine Kino in Hoya wird dann aber noch geschlossen sein. Die Betreiberinnen hatten in den vergangenen Wochen viel versucht, um eine Wiedereröffnung zu erreichen, hatten sich an die entsprechenden Landesministerien gewandt, ein passendes Hygienekonzept erarbeitete und waren ohne befriedigende Antworten geblieben.

„Das ist vielleicht das schlimmste daran“

Beate Möller-Dumschat

„Das ist vielleicht das schlimmste daran“, betont Beate Möller-Dumschat. Man bleibe ohne nachvollziehbare Antworten, warum eine Wiedereröffnung der Kinos nicht möglich sei. Unterstützung erhofften sich die beiden Frauen heute von einem Gespräch, an dem neben Hoyas Bürgermeisterin Anne Wasner  und mir auch die Bundestagsabgeordnete für Nienburg und Schaumburg Marja- Liisa Völlers (SPD) teilgenommen hat und bei dem die engagierten Kinobetreiberinnen uns einen Einblick in die Möglichkeiten des traditionsreichen Hoyaer Kinos boten.

Zum Teil mit Flatterband abgesperrt, ermöglicht der großzügige Kinosaal durchaus die erforderlichen Abstände einzuhalten und die Anzahl der Plätze so zu reduzieren, dass die Hygiene- und Abstandsregeln gut eingehalten werden können. Eine Öffnung des Kinos wäre also möglich, denn sogar das Erfassen der personenbezogenen Daten sei, so versicherte Kino-Mitbetreiberin Brümmer, aufgrund des elektronischen Kartenverkaufs ganz unkompliziert möglich. Trotzdem bleiben in Niedersachsen die Kinos weiterhin geschlossen.

Im Vorfeld zu diesem Termin hatten sich Marja-Liisa Völlers und ich in ihren Fraktionen nach Möglichkeiten erkundigt, das Kino zu unterstützen, aber sowohl aus Berlin als auch aus Hannover gab es noch keine positiven Rückmeldungen.

Ich sage das sehr ungern, aber ich kann daran nichts ändern. Man habe sich mit der Landesregierung in Niedersachsen auf den Fünf-Punkte Plan zur Lockerung der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verständigt und bisher gibt der Erfolg dem Weg recht. Allerdings bleiben nach jeder Stufe der Lockerungen enttäuschte Menschen und Unternehmen zurück, die zu denen gehören, die sich im Augenblick noch gedulden müssen. Das ist schwer und trifft diese Gruppe auch wirtschaftlich hart. Mal abgesehen davon, dass man den Eindruck gewinnen kann, dass sich einige diese Maßnahmen nicht wirklich begründen ließen, wenn man auf die anderen schaut, die bereits aufgehoben worden sind. Allerdings ist es auch eine besondere Herausforderung, dass jedes Bundesland seinen eigenen Weg gehe und so die Ungerechtigkeit in der Reihenfolge noch durch lokale Ungerechtigkeit erhöht wird.

„Wir haben in Berlin einen gemeinsamen Weg versucht, aber das ist nicht immer möglich. Die einzelnen Bundesländer sind sehr verschieden in ihren Bedarfen und natürlich ist auch die Pandemie in den Ländern unterschiedlich stark aufgetreten“

MdB Marja-Liisa Völlers (SPD)

Das bestätigt meine Bundestagskollegin Marja-Liisa Völlers. „Wir haben in Berlin einen gemeinsamen Weg versucht, aber das ist nicht immer möglich. Die einzelnen Bundesländer sind sehr verschieden in ihren Bedarfen und natürlich ist auch die Pandemie in den Ländern unterschiedlich stark aufgetreten“. Und Kino ist eben nicht Kino. „Bei uns im ländlichen Raum, wo in der Regel nicht große Kinobetreiber sondern Inhaber-geführte Betriebsstrukturen vorliegen, haben Kinos noch eine andere Bindung in die Gemeinschaft. Dieser Aspekt sollte nicht vergessen werden “, ergänzet Marja-Liisa Völlers mit Bedauern. Nicht nur für die Kinobetreiberinnen, auch für uns Abgeordnete ist das eine unbefriedigende Situation, an der gearbeitet werden muss. Wir wollen natürlich, dass die Verordnungen auch zu den Betrieben in unserer Heimatregion passen und dafür setzen ich mich in Hannover auch gerne engagiert ein.

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