Förderungsumstellung für den Privatwald: Sieben Pilotregionen gehen an den Start

20. Januar 2022

Forstministerin Barbara Otte-Kinast: „ Wichtiges Engagement“ – Neue Regelungen gelten ab 2024 flächendeckend

Hannover. Vertreterinnen und Vertreter von sieben Projektregionen für die neue, direkte Betreuungsförderung des Privatwaldes begrüßte Niedersachsens Forstministerin Barbara Otte-Kinast jetzt digital und im Forstministerium (ML). Hintergrund ist die Umstellung der Betreuungsförderung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer zum 1. Januar 2024. Die damit verbundenen Inhalte und Prozesse werden mit dem Start der Pilotregionen ab 1. März einem Praxistest unterzogen. Mit Abschluss der zweijährigen Pilotphase wird dann ab 1. Januar 2024 die direkte Betreuungsförderung flächendeckend in Niedersachsen umgesetzt. Begünstigte sind dann alle Waldbesitzenden (mit Ausnahme des Staatswaldes), die in Forstbetriebsgemeinschaften organisiert sind.

Forstministerin Barbara Otte-Kinast bedankte sich bei den Pilotregionen für das große Engagement: „Insbesondere in Zeiten der Extremwetterereignisse muss die Vor-Ort-Betreuung und die zugehörige Landesförderung für die Waldbesitzer auf stabilen und verlässlichen Füßen stehen. Die Pilotregionen tragen viel dazu bei, dass die Umstellung der Betreuungsförderung möglichst reibungslos verläuft. Was im Pilotprojekt erprobt und für praktikabel befunden wurde, kann später großflächig weitervermittelt und angewandt werden. Dafür bedanke ich mich herzlich!“

Das ML hatte im November 2021 alle niedersächsischen Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) aufgerufen, am Pilotbetrieb teilzunehmen und so die künftige Betreuungsförderung aktiv mitzugestalten. Von den gemeldeten Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sind mit sieben Pilotenbetrieben Verträge für die kommenden 30 Monate geschlossen worden. Folgende Teilnehmer sind dabei: die Forstbetriebsgemeinschaften Hämeler Wald, Egestorf-Hanstedt, Elbe-Weser, Alfeld, Forstverband für den Kreis Verden, Liebenburg und die Waldmärkerschaft Uelzen. Ihre Aufgabe ist es nun, die landesweite Umstellung auf die direkte Betreuungsförderung vorzubereiten und so die Einführung zu erleichtern. Konkret arbeiten die Teilnehmenden mit den neuen Antragsunterlagen, entwickeln praktikable Abläufe oder beraten andere Forstbetriebsgemeinschaften bei der Angebotseinholung von Betreuungsdienstleistungen. Für ihre Vorreiterrolle und ihren Einsatz erhalten die „Piloten“ vom ML eine Aufwandsentschädigung.

Hintergrund:

Bisher hat das Land über Zuschüsse die von der LWK und NLF angebotenen Beratungs- und Betreuungsdienstleistungen indirekt unterstützt. Da dieses weder beihilfe-, wettbewerbs- noch vergaberechtlich zulässig ist, ist eine rechtskonforme Umgestaltung der finanziellen Unterstützung forstlicher Beratung und Betreuung im Nichtstaatswald notwendig geworden. Das ML hatte dazu bereits im März 2020 die Arbeitsgruppe „Rechtskonforme Weiterentwicklung von Beratung und Betreuung im Nichtstaatswald“ ins Leben gerufen. Eine der Aufgaben der AG war es, eine Förderrichtlinie zur Betreuung des Nichtstaatswaldes unter Berücksichtigung der Eckpunkte der direkten Förderung aus NRW zu entwickeln. Die Teilnehmer der AG repräsentieren alle relevanten und betroffenen Akteure für den Bereich Betreuung (Waldbesitz, Forstgenossenschaften, Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, Betreuungsdienstleister , also LWK, NLF und private Dienstleister sowie das ML).

Weitere Informationen zu der geplanten Umstellung können auf der Webseite des ML unter dem Forstförderportal eingesehen werden:

https://www.ml.niedersachsen.de/forstfoerderportal/forstforderportal-direkte-betreuungsforderung-in-niedersachsen-203292.html

(Foto: JU Kreisverband Nienburg)