Zweifel an Messstelle bestätigt

Drakenburger Peilbrunnen 41 wird nicht mehr beprobt / Schmädeke lobt erfolgreiche Zusammenarbeit

Das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium haben am Dienstag im Kabinett über die überarbeitete Verordnung zur Ausweisung der sogenannten „Roten Gebiete“ informiert, die nun zeitnah in die erneute Verbandsanhörung geht. Nach der ersten Anhörung waren größere Veränderungen bei der Gebietskulisse vorgesehen, zum Beispiel waren in den bisher als unbelastet bewerteten grünen Grundwasserkörpern mit roter Messstelle eine vorläufige Regionalisierung umgesetzt worden.

„Für uns hier vor Ort sind das sehr gute Nachrichten!“, freut sich der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Frank Schmädeke (CDU), über die Informationen aus Hannover. Unter anderen wurde mitgeteilt, dass der lokale Messpunkt Peilbrunnen 41 in Drakenburg als Messstelle verworfen wird. Schmädeke hatte kürzlich zahlreiche Fachleute zu einem Ortstermin eingeladen, um die kritische Situation rund um den Brunnen zu begutachten und mit den Vertretenden aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Landwirtschaftskammer und NLWKN die Sachlage zu diskutieren und den Experten zur erneuten Bewertung vorzustellen. Es kamen Zweifel auf, die nun bestätigt wurden.

Der PB 41 wäre als Messstelle dafür verantwortlich gewesen, dass 40 000 Hektar zwischen Nienburg, Steimbke und Verden zusätzlich als neues „Rotes Gebiet“ ausgewiesen worden wären. „Bisher hat man in unserem Gebiet elf Messstellen zur Bewertung beprobt. Zehn der Messstellen wiesen dabei unkritische Nitratgehalte auf, waren also als sogenannte grüne Messstellen erfasst“, erläutert der heimische Landtagsabgeordnete. Nur in den Proben der Drakenburger Messstelle wurden Nitratgehalte über 50 mg/l gefunden.

Eben dieser Messpunkt war allerdings nach vorliegender Überprüfung des verantwortlichen Landesbetriebes (NLWKN) in der Funktionalität als „nur bedingt geeignet“ klassifiziert worden. „Das ist jetzt vom Tisch und ein positives Beispiel dafür, wie man mit vernünftigen Argumenten und im guten Austausch miteinander durchaus etwas erreichen kann!“, betont der Abgeordnete aus dem nahegelegenen Heemsen.

Große Expertenrunde am kleinen Übeltäter vor 14 Tagen in Drakenburg- die Messstelle PB41 in Drakenburg erforderte eine erneute Überprüfung. Der Brunnen stand zu recht in Verdacht, durch das Eindringen von Oberflächenwasser verschmutzt zu sein. (Foto: Büro Schmädeke)

Die positiven Erfahrungen des Niedersächsischen Weges habe die Landesregierung auch bei der Düngeverordnung genutzt und sei mit unterschiedlichen Interessenvertretern aus Landwirtschaft und Wasserwirtschaft in einem intensiven Dialog, um das weitere Vorgehen für die nächsten Monate und Jahre gemeinsam abzustimmen. „Gemeinsam sind die ersten Schritte veranlasst worden – hin zu einer verursacherorientierten Gebietsausweisung bei der Nitratbelastung“, schreibt Schmädekes Büro.

Alle Akteure seien sich bewusst, dass die Anstrengungen in Sachen eines nachhaltigen Grundwasserschutzes insgesamt intensiviert werden müssten. Die notwendigen Steuerungselemente sollten transparent, verständlich und vor allen Dingen ohne „handwerkliche Fehler“ erhoben und dargestellt werden. „Wir brauchen die Akzeptanz für Grundwasserschutz, denn das ist eine gemeinsame Aufgabe.“ Mit Blick in die Zukunft müsse man jetzt die Ergebnisse der Regionalisierung abwarten, kommentierte Schmädeke abschließend.

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