Gefragte Gesprächspartner zum Thema Wolfsmanagement- Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) und der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Frank Schmädeke (CDU)

NIENBURG. Vor dem Hintergrund des neuerlichen Wolfsrisses eines 600-kg Rindes am Rande des Lichtenmoor und dem offensichtlich illegalen Abschuss eines Wolfrüden  auf einer Wiese im „Drei-Länder-Eck“ der Landkreise Verden, Heidekreis und Nienburg fordere ich als heimischer Landtagsabgeordnete erneut die rechtlichen Absicherung eines effektiven Wolfsmanagements bei auffälligen Wölfen und  bat Umweltminister Olaf Lies (SPD) um den aktuellen Stand zur Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) und der Niedersächsischen Wolfsmanagementverordnung.

Nach Rücksprache am Mittwoch dieser Woche bin ich optimistisch, dass die Novelle des BNatschG zur geregelten Entnahme von Wölfen auf einem guten Weg ist. Parallel dazu erarbeitet das Ministerium eine Wolfsmanagementverordnung für Niedersachsen. Darüber wird uns auch die notwendige Allgemeinverfügung gelingen, die den Einsatz von Jägern absichert. Ich bin ist überzeugt, dass nur die Möglichkeit eines effizienten Wolfsmanagements ein friedliches Nebeneinander von Mensch, Weidetierhaltung und Wolf in der offenen Kulturlandschaft gewährleisten wird.

Nach Mitteilung des Ministers sei es seine Aufgabe, den gesetzlich vorgegebenen Belangen des Artenschutzes für den Wolf, aber auch den vielfältigen anderen Interessen der Landnutzer und des Natur- und Küstenschutzes Rechnung zu tragen. Im Bewusstsein der Konflikte insbesondere in Bezug auf von Wölfen verursachte Nutztierrisse gelte es daher, sowohl die Prävention zu fördern als auch Handlungsfähigkeit in Fällen von problematisch habituierten Wölfen herzustellen. Aus diesem Grund habe sich Niedersachsen auf Bundesebene für Anpassungen des Bundesnaturschutzgesetzes stark gemacht. Die entsprechende Bundesratsinitiative der niedersächsischen Landesregierung trage nun Früchte- der neue Zeitplan für die Novelle BNatschG (Lex Wolf) in Berlin mache eine zügige Bearbeitung möglich. Lies geht davon aus, dass mit einem Erlass des Gesetzes Anfang 2020 gerechnet werden kann.

Wenig Verständnis habe ich für den wahrscheinlich illegalen Abschuss eines Wolfsrüden an der Landkreisgrenze. Aber soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen rechtzeitig geschaffen und vernünftig umgesetzt worden wären. Nur die Möglichkeit eines effizienten Wolfsmanagements ein friedliches Nebeneinander von Mensch, Weidetierhaltung und Wolf in unserer offenen Kulturlandschaft möglich machen kann.

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