Gespräch zum Thema Wolf in Barnstorf

Auf Einladung des heimischen Pferdebesitzers Heiner Bruening kamen im Barnstorfer Hotel Roshop die beiden Landtagsabgeordneten Marcel Scharrelmann und Dr. Frank Schmädecke (beide CDU) sowie Samtgemeinde Bürgermeister Jürgen Lübbers und Wolfsberater Dr. Marcel Holy zusammen.

Schmädecke berichteten aus seinem Wahlkreis Nienburg über die Erfahrung mit dem Rodewalder Rudel, das für zahlreiche Risse an Nutztieren wie Schafen, Rindern und Pferden verantwortlich ist. „Der Wolf ist kein Kuscheltier“, betont Schmädecke. Die Auswirkungen sein schon heute deutlich zu erkennen – Schafhalter geben auf, Pferdebesitzer drohen damit, ihre teuren Tiere aus der Region abzuziehen. „Unsere Kulturlandschaft verändert sich schon jetzt, Weidetierhaltung ist wegen dem Wolf weiter auf dem Rückzug. Hobbyzüchter geben entnervt auf, auch aufgrund des Stresses mit zahlreichen Wolfsfreuden“, beschreibt Schmädecke die Situation. 

Dr. Marcel Holy berichtete über die die aktuellen Erfahrungen mit dem Goldenstedter Rudel. Auch er betonte, wie sich der Wolf auf die Kulturlandschaft und weitere Schutzgebiete auswirkt, für die Weidetierhaltung wichtig ist. Er betonte aber auch, wie unterschiedlich auffällig die verschiedenen Populationen in Niedersachsen sein. Jürgen Lübbers konnte die von Dr. Holy geschilderten Erfahrungen mit dem Goldensteder Wolf durch eigene Erlebnisse in Drebber bestätigen. 

Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Wolf ins Jagdrecht gehöre und eine Entnahme auffälliger Tiere und Rudel einfacher und auch durch heimische Jäger möglich sein müsse. 

Schmädecke machte deutlich, dass ein von Heiner Brüning in die Diskussion gebrachter „Niedersächsischer Alleingang“ nicht möglich sei. „Das Bundesumweltministerium unter Ministerin Svenja Schulze ist gefordert, endlich den guten Erhaltungszustand für Wölfe in Deutschland festzustellen. Diesen Zustand haben wir längst erreicht“, so der Nienburger Landtagsabgeordnete, ohne die offizielle Feststellung in Berlin bleibe der Wolf jedoch eine ganzjährig geschützte Spezies. Damit bleibe eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ein „stumpfes Schwert“ und ein effektives Wolfsmanagement sei nicht möglich. 

Mit Blick nach vorne fordert Schmädeke wie auch sein Landtagskollege Marcel Scharrelmann eine Untergrenze für die Wolfspopulation in Deutschland analog zum französischem Modell.

„Wir werden uns weiter regelmäßig mit dem Thema Wolf beschäftigen und beschäftigen müssen“, kündigt Marcel Scharrelmann an, der das Thema bereits in den vergangenen Jahren durch Vorträge des Präsidenten der Landesjägerschaft, Helmut Dammann-Tamke, in der Region öffentlich begleitet hatte. 

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